Selbstfürsorge
- Klemmfestung

- 15. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Hallo zusammen,
heute möchte ich über ein Thema sprechen das sicherlich bei vielen Eltern von neurodivergent Kindern zu kurz kommt:
Selbstfürsorge, ME TIME, Achtsamkeit, Selbstliebe und was es sonst noch für Begriffe hierfür gibt.
Im Moment merke ich, dass ich sehr unkonzentriert bin, fühle mich oft Erschöpft, habe Schlafprobleme und bin leicht reizbar. Meine Vermutung, die Wechseljahre. Deshalb war ich vor wenigen Wochen bei meiner Ärztin. Sie konnte mich beruhigen, ich bin nicht in den Wechseljahren! Aber leider sind meine Blutwerte die ich 4 Tag vorher mir abnehmen ließ, nicht ganz so gut ausgefallen. Diese liege wohl am Stress.
Weiter sagte mir meine Ärztin: „Sie brauchen Pausen und zwar regelmäßig Auszeiten, zu festen Zeiten oder Tagen und diese Zeiten sind fixe Termine! Ich könnte Ihnen auch Medikament verschreiben, aber dann werden Sie sich keine Pausen nehmen und die Ursache bleibt bestehen. Zudem nehmen Sie schon einige Medikament und reagieren immer so extrem mit unerwünschten Nebenwirkungen. Verstehen Sie mich nicht falsch, aber Sie haben in den letzten 2 Jahren mehrere Wahrungen ihres Körpers erhalten und ignoriert. Bis jetzt hatten Sie immer Glück, doch irgendwann ist das Glück nicht mehr auf Ihrer Seite. Wenn Sie weiterhin funktionieren möchten, müssen sie Ihre Lebenssituation an Ihre Bedürfnisse anpassen. Das ist kein Egoismus. Sie können in einer Depression oder im Burnout landen und das sollten wir vermeiden. Ich weiß ja, dass Sie daheim gebraucht werden.“
Tja, und so verließ ich dann erstmal die Praxis und setzte mich ins Auto. Tsss, wie soll ich das machen!? Bei uns ist jeder Tag theoretisch durchgeplant und vorherschaubar gestaltet, gleichzeitig sind wir aber auch immer angespannt, weil wir nie wissen was noch passiert, wie viel Co-Regulation benötigt unser jüngster. War die Schule ok oder fällt er daheim in einen Meltdwon und es geht wieder was zu Bruch. Selbst eine 50 % Stelle habe ich auf Grund der Schulproblematik aufgegeben und arbeite nur noch 23 % in einem komplett anderen Beruf. Urlaube sind bei uns leider meist auch keine Erholung, sondern noch betreuungsintensiver als wenn wir zu Hause sind. Zudem löst es bei mir stress aus, wenn ich mir noch Zeit freischaufeln soll, eigentlich will nicht nichts mehr als Ruhe und endlich mal wieder richtig schlafen.
Nach einigen Tagen machte ich mir Gedanken, was würde mir guttun? Sauna, lesen, spazieren gehen, schwimmen gehen, endlich wieder im Fitnessstudio anmelden, schlafen wann ich will so lange ich will, eine Massage usw.
Aber wann? Ich bin abends so kaputt und froh, wenn ich irgendwann so gegen 22.00 in meinem Bett liege. Morgens komme ich kaum aus dem Bett und funktioniere wie ein Roboter, weil ich nie durchschlafe, sondern permanent aufwache und so dann am Morgen völlig gerädert bin. Mich zusammenreißen, nein das schaffe ich schon nicht mehr. Wenn ich ehrlich bin denke ich beim Aufstehen schon daran wie schön es wäre, wenn es doch schon 22.00 Uhr wäre.
Aber gut, irgendwas muss ich ändern, unrecht hat mein Arzt nicht.
Ich machte mich auf die Suche und bin bei einer APP gelandet. Diese soll helfen den Stress im Alltag zu reduzieren. Das beste die Krankenkasse zahlt die APP. War wirklich einfach. Rezept vom Arzt ausstellen lassen und an Hellobetter senden und der Rest erledigen die dann. Zugangsdaten war 4 Tage später da. Und es sind jeden Tag nur sehr kleine Einheiten zu verschieden Themen wie Entspannung, Organisation oder auch das eigene Verhalten zu hinterfragen. Ich mache diese App jetzt jeden Tag zwischen 14.00 und 15.00 Uhr, das ist meine ME TIME und finde Sie hilfreich. Vor allem die Entspannungsübungen mag ich sehr und wenn man sich darauf einlässt bringen sie tatsächlich was. Seit ca. 4 Wochen laufen mein Mann und ich jeden Freitag 30 – 40 Minuten spazieren um ungestört Dinge zu besprechen auch das ist für uns richtig wertvoll und entspannt uns beide. Es fühlt sich gut an, etwas für sich zu machen. Ich erkenne wie wichtig es ist sich selbst Raum zugeben und Kraft zu tanken und somit Leistungsfähig zu bleiben. Hoffentlich bleib ich dran und kann aus den Angewohnheiten eine Routine entwickeln die ganz selbstverständlich zum Tagesablauf gehört. In der Regel benötigt man 6 Wochen um eine Gewohnheit zu Routine zu machen. Die Reise geht weiter, fitter fühle ich mich noch nicht aber ich denke es braucht einfach seine Zeit. Aber ich fühle mich trotzdem irgendwie besser.
Was ich Euch mit diesem Beitrage noch mal ans Herz legen möchte!
DENKT AUCH AN EUCH! WENN WIR UNS ZEIT NEHMEN FÜR UNS, BLEIBEN WIR LEISTUNGSFÄHIG UND GESUND. UNSERE KINDER BRAUCHEN UNS, UNSER AUFMERKSAMKEIT, UNSERE HILFE, UNSERE INNER RUHE UND LIEBE!




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